12. STuttgarter Sportgespräch 2016 

12. Stuttgarter Sportgespräch – „Deutschland ohne Olympisches Feuer?!“

Dreimal war Deutschland Gastgeber der Olympischen Spiele – letztmals vor 43 Jahren

Erst dreimal in der langen Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit war Deutschland Gastgeber der Spiele. Das letzte Mal vor über 43 Jahren. Garmisch-Partenkirchen, Berlin, München – das sind die drei deutschen Olympiastädte in denen noch heute der Flair von Olympia weht.

 

1936 wurden sowohl Winter- als auch Sommerspiele in Deutschland ausgetragen. Sie stehen bis heute unter dem erdrückenden Schatten des Nazi-Regimes und wurden leider auch zu Propagandazwecken missbraucht. 

Vom 6. bis 16. Februar kämpften 646 Athleten aus 28 Nationen, ein neuer Rekord damals, in 8 Sportarten um die Medaillen.

Insgesamt besuchten über 500.000 Zuschauer die vierten Olympischen Winterspiele. Zur Vergabe der Medaillen am letzten Tag der Veranstaltungen wurden etwa 150.000 Besucher gezählt – ein neuer Besucherrekord bei Winterspielen.

Zum ersten Mal waren Läuferinnen beim Wettstreit um Olympische Medaillen zugelassen, wenn auch nur in der alpinen Kombination von Abfahrtslauf und Slalom.Die in der Nähe von Reutlingen aufgewachsene deutsche Skiläuferin Christl Cranz, schaffte den Goldgewinn in der Alpinen Kombination und wurde zum Volksheld. Ein Star der Winter-Spiele war auch die Norwegerin Sonja Henie, die in Garmisch zum dritten Mal in Serie Gold im Eiskunstlauf errang.

Die elften Olympischen Sommerspiele, die übrigens 1931 nach Deutschland vergeben wurden, fanden vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin statt.

Auch hier wurde mit 49 teilnehmenden Nationen und 3961 Athleten ein neuer Rekord aufgestellt. Die Wettkampfstätten waren nahezu alle rund um das Olympiastadion auf dem sogenannten Reichssportfeld.  Der herausragende Sportler der Spiele war der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann. Der Kunstturner Konrad Frey war mit drei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und zwei Bronzemedaillen der erfolgreichste deutsche Athlet.

Zum letzten Mal loderte die Olympische Flamme 1972 auf deutschem Boden. Vom 26. August bis zum 11. September war München Gastgeber der 20. Olympischen Sommerspiele. Erneut gab es einen Teilnehmerrekord. 122 Mannschaften und 7170 Sportlerinnen und Sportler folgten dem Olympischen Gedanken.

Überschattet wurde München ´72 durch die Geiselnahme und Ermordung israelischer Athleten, Trainer und Betreuer.

Mit sieben Goldmedaillen dominierte der US-amerikanische Schwimmer Mark Spitz die Spiele. Die Kunstturnerin Karin Janz vom SC Berlin war mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille für die damalige DDR die erfolgreichste deutsche Athletin.

Fünf vergebliche Anläufe beim IOC hatte Deutschland bei der Bewerbung um Olympische Spiele. 1960 wollte Garmisch-Partenkirchen nochmals die Winterspiele austragen, die Spiele gingen an Squaw Valley (USA). 1992 scheiterte Berchtesgaden an Albertville (Frankreich). 2000 bewarb sich erneut Berlin – das IOC entschied sich aber für Sydney. Leipzig wollte 2012 die Olympischen Ringe nach Deutschland holen – sie setzten sich übrigens im deutschen Vorentscheid unter anderem gegen Stuttgart durch, zogen international aber früh den kürzeren – London machte am Ende das Rennen. München 2018 – eine Vision die lange sehr erfolgsversprechend aussah. Doch auch hier wurde gegen Deutschland entschieden. Südkorea mit Pyeongchang wird in zwei Jahren die 23. Olympischen Winterspiele ausrichten.

Wie wenige andere Olympiastätten auf der Welt, sind die Stadien der Olympischen Spiele in Deutschland auch heute noch fast vollständig in Betrieb.

Sowohl in Garmisch-Partenkirchen, als auch in Berlin und München werden die Arenen noch heute genutzt. Eine Nachhaltigkeit, die sich so mancher Ausrichter der Spiele nur wünschen kann.

In Partenkirchen findet seit 64 Jahren das alljährliche Neujahrsspringen der legendären Vierschanzentournee statt. Über 20.000 Zuschauer pilgern Jahr für Jahr ins Olympia-Skistadion und sorgen für eine tolle Atmosphäre.

Die herrscht auch oftmals im Olympiastadion in Berlin. Ob als Heimspielstätte des Bundesligisten Hertha BSC oder seit 1985 als Austragungsort des DFB-Pokalfinales – das Stadion übt einfach eine besondere Faszination aus. 2006 wurde in Berlin das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gespielt, 2009 trafen sich die weltbesten Leichtathleten zur Weltmeisterschaft in der Bundeshauptstadt.

Auch München muss hier nicht zurückstecken.  33 Welt-, 12 Europa- und 100 deutsche Meisterschaften sowie viele weitere bedeutende Sport-Events, Konzerte mit Stars aus Pop, Rock und Klassik, Messen, Tagungen und Ausstellungen verschiedenster Art füllen die Chronik seit den Olympischen Spielen 1972. Ebenso erfolgreich präsentieren sich die Freizeit- und Tourismusbetriebe mit ihren vielen zusätzlichen und zeitgemäßen Angeboten. Mit dieser einzigartigen Konzentration und Kombination von unterschiedlichen Veranstaltungs- und Freizeitstätten sowie entsprechenden Angeboten hat sich der Olympiapark München zu einem der bedeutendsten Zentren seiner Art entwickelt. Über 200 Millionen Besucher kamen seit der Eröffnung, das sucht weltweit seinesgleichen.

Ob und wann neue Olympiastätten auf deutschem Boden dazukommen, das steht nach den letzten Bewerbungspleiten in Hamburg und München in den Sternen. So lange es nicht gelingt, die Bevölkerung wieder für die Olympische Idee zu begeistern, werden nur Geschichtsbücher den Olympischen Spirit in Deutschland am Leben halten.

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